Deutschland hat ab 2027 insgesamt 15 Exzellenzstandorte. Am 2. Oktober 2026 hat die Exzellenzkommission in Bonn fünf neue ausgewählt: die Universitäten in Freiburg, Jena und Köln sowie zwei Verbünde aus Rhein-Main und dem Ruhrgebiet. Zehn bisherige Standorte waren schon im März bestätigt worden. Die Universität Konstanz verliert den Titel.

Die fünf neuen Exzellenzstandorte

Elf Universitäten und Universitätsverbünde hatten sich in der zweiten Wettbewerbsrunde um die freien Plätze beworben. Bis zu fünf Plätze waren zu vergeben, alle fünf wurden besetzt. Laut der gemeinsamen Pressemitteilung von Wissenschaftsrat und DFG sind das:

  • Universität Freiburg (Baden-Württemberg)
  • Friedrich-Schiller-Universität Jena (Thüringen)
  • Universität zu Köln (Nordrhein-Westfalen)
  • Rhein-Main-Universitäten: TU Darmstadt, Goethe-Universität Frankfurt am Main und Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Hessen und Rheinland-Pfalz)
  • Ruhr Innovation Lab: Ruhr-Universität Bochum und TU Dortmund (Nordrhein-Westfalen)

Die Entscheidung fiel nach Angaben von DFG und Wissenschaftsrat einmütig. Neben den Gutachtern aus dem internationalen Expertengremium sitzen in der Exzellenzkommission auch die Wissenschaftsministerinnen und -minister von Bund und Ländern.

Jena zum ersten Mal, Köln und Freiburg kehren zurück

Für Jena ist es eine Premiere: Thüringen hatte bislang keine Exzellenzuniversität. Jena bewarb sich mit dem Konzept „LIGHT. LIFE. LIBERTY. – Connecting People and Ideas“. Zu den Exzellenzclustern der Universität gehört „Balance of the Microverse“.

Köln und Freiburg kennen den Titel dagegen schon. Köln war seit 2012 Exzellenzuniversität und verlor den Status 2019. Freiburg wurde 2007 in der damaligen Exzellenzinitiative als „Eliteuniversität“ ausgezeichnet, verlor den Status 2012 und scheiterte 2019 mit dem Versuch, ihn zurückzuholen. Das Land Baden-Württemberg zählt damit laut Landesregierung wieder vier Exzellenzuniversitäten.

Die komplette Liste: alle 15 Exzellenzstandorte ab 2027

Zehn der elf bisherigen Standorte wurden erstmals evaluiert. Am 11. März 2026 wurden alle zehn positiv bewertet und für weitere sieben Jahre verlängert (Wissenschaftsrat).

StandortBundeslandStatus ab 2027
RWTH AachenNordrhein-Westfalenverlängert
Berlin University Alliance (FU, HU, TU Berlin, Charité)Berlinverlängert
Universität BonnNordrhein-Westfalenverlängert
TU DresdenSachsenverlängert
Universität HamburgHamburgverlängert
Universität HeidelbergBaden-Württembergverlängert
Karlsruher Institut für Technologie (KIT)Baden-Württembergverlängert
LMU MünchenBayernverlängert
TU MünchenBayernverlängert
Universität TübingenBaden-Württembergverlängert
Universität FreiburgBaden-Württembergneu
Universität JenaThüringenneu
Universität zu KölnNordrhein-Westfalenneu
Rhein-Main-Universitäten (Darmstadt, Frankfurt, Mainz)Hessen / Rheinland-Pfalzneu (Verbund)
Ruhr Innovation Lab (Bochum, Dortmund)Nordrhein-Westfalenneu (Verbund)

Nach Bundesländern liegen damit Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit je vier Standorten vorn. Die NRW-Landesregierung sieht sich „bundesweit führend“, Stuttgart spricht ebenfalls vom „Spitzenplatz“.

Warum Konstanz den Titel verliert

Konstanz wurde 2019 Exzellenzuniversität. Um gefördert zu bleiben, braucht eine Universität aber mindestens zwei Exzellenzcluster, ein Verbund mindestens drei. Bei der Cluster-Entscheidung im Mai 2025 erreichte Konstanz diese Mindestzahl nicht mehr. Deshalb gehörte Konstanz nicht zu den zehn Standorten, die im März evaluiert wurden. Ab 2027 trägt die Universität den Titel nicht mehr.

Wer leer ausgegangen ist

Sechs Bewerbungen hatten keinen Erfolg (Antragsliste des Wissenschaftsrats):

  • Northwest Alliance: Universität Bremen und Universität Oldenburg
  • Justus-Liebig-Universität Gießen und Philipps-Universität Marburg
  • Leibniz Universität Hannover
  • Medizinische Hochschule Hannover
  • Universität Kiel
  • Universität Würzburg

Aus Niedersachsen kam keiner der drei Anträge mit Landesbeteiligung durch (Hannover zweimal, Oldenburg im Verbund). Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs, als stellvertretender GWK-Vorsitzender bei der Pressekonferenz dabei, betonte, dass auch dort, wo Anträge nicht erfolgreich waren, „wertvolle Strategien, Kooperationen und Entwicklungsperspektiven“ bestehen blieben.

Wie viel Geld fließt?

Bund und Länder geben für die Förderlinie Exzellenzuniversitäten künftig 208 Millionen Euro pro Jahr aus. Bisher waren es 148 Millionen Euro, für die neuen Standorte kommen 60 Millionen Euro jährlich hinzu.

Beantragen durfte eine einzelne Universität bis zu 15 Millionen Euro im Jahr, ein Verbund bis zu 28 Millionen Euro. Fast alle Standorte haben laut DFG die Höchstsumme beantragt. Weil das Budget dafür nicht reicht, werden die beantragten Summen in den nächsten sieben Jahren im Schnitt um rund 21 Prozent gekürzt, und zwar bei allen 15 Standorten. Das ist kein neues Phänomen: Schon in der ersten Runde 2019 wurden die Antragssummen um durchschnittlich etwa 17,5 Prozent gekappt.

Spitzenforschung brauche „die ganze Universität – von der Lehre über den Transfer bis zu den Karrierewegen“, sagte WR-Vorsitzender Wolfgang Wick.

Wie geht es weiter?

  • 1. Januar 2027: Förderbeginn für alle 15 Standorte, zunächst für sieben Jahre.
  • Juni 2027: Das internationale Expertengremium legt der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz einen Erfahrungsbericht zur gesamten Exzellenzstrategie vor. Danach wollen Bund und Länder über mögliche Anpassungen beraten.
  • Alle sieben Jahre: Die Standorte werden erneut evaluiert. Voraussetzung bleiben die Exzellenzcluster. Nötig sind mindestens zwei Exzellenzcluster pro Universität oder drei pro Verbund.

Kurz erklärt: Was ist eine Exzellenzuniversität?

Die Exzellenzstrategie ist das gemeinsame Förderprogramm von Bund und Ländern für Spitzenforschung an Hochschulen. Sie hat zwei Förderlinien. Die Exzellenzcluster fördern einzelne Forschungsfelder; im Mai 2025 wurden 70 davon für die Förderung ab Januar 2026 ausgewählt. Die Exzellenzuniversitäten fördern die Strategie einer ganzen Hochschule oder eines Verbunds, und zwar dauerhaft, solange die Cluster-Voraussetzung erfüllt ist und die Evaluation alle sieben Jahre positiv ausfällt.

Weitere Hintergründe zur Exzellenzstrategie finden Sie bei Forschung & Lehre und direkt bei der DFG.