Seit dem 25. September 2026 läuft „Unabomber“ bei Netflix. Der Film erzählt, wie aus dem Mathe-Wunderkind Ted Kaczynski der „Unabomber“ wurde, dessen Bomben von 1978 bis 1995 drei Menschen töteten und 23 verletzten. Jacob Tremblay spielt den jungen Kaczynski, Russell Crowe den Harvard-Psychologen Henry Murray, Shailene Woodley eine FBI-Agentin. Hier finden Sie Besetzung, deutsche Stimmen und Handlung. Außerdem zeigen wir, welche Szenen auf Fakten beruhen und welche Figur es so nie gab.
„Unabomber“ auf einen Blick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Titel | Unabomber (Arbeitstitel: Unabom) |
| Start bei Netflix | 25. September 2026 |
| Altersfreigabe bei Netflix | ab 12 Jahren |
| Laufzeit | laut Filmstarts 1 Std. 41 Min. (andere Angaben weichen ab) |
| Regie | Janus Metz Pedersen |
| Drehbuch | Sam Chalsen, Nelson Greaves |
| Musik | Marco Beltrami |
| Produktion | 2.0 Entertainment, MRC |
| Drehort | Montreal, Kanada (Juni bis Juli 2025) |
Die Besetzung: Wer spielt wen?
Netflix setzt auf zwei Zeitebenen und damit auf zwei Hauptfiguren. In den Harvard-Rückblenden steht Jacob Tremblay als Ted Kaczynski im Mittelpunkt, sein Gegenspieler ist Russell Crowe als Professor Henry Murray. In den 1990er-Jahren führt Shailene Woodley als FBI-Agentin Joanne Miller durch die Fahndung.
| Rolle | Darsteller/in | Deutsche Stimme |
|---|---|---|
| Ted Kaczynski | Jacob Tremblay | Oliver Szerkus |
| Henry Murray | Russell Crowe | Sven Brieger |
| FBI-Agentin Joanne Miller | Shailene Woodley | Lea Kalbhenn |
| Christiana Morgan | Annabelle Wallis | Giuliana Jakobeit |
| Leo Driver | Alexander Ludwig | Ricardo Richter |
| Dean Kaplan | Steven Ogg | Romanus Fuhrmann |
| Eddie Turrell | Marc Menchaca | Paul Matzke |
| David Kaczynski | Matthew Kevin Anderson | Matthias Deutelmoser |
Die deutsche Fassung entstand bei der FFS Film- & Fernseh-Synchron, Dialogbuch Frank-Michael Helmke, Dialogregie Daniel Montoya. Die Angaben zu den Stimmen stammen aus der Deutschen Synchronkartei, wie sie der deutschsprachige Wikipedia-Eintrag zum Film aufführt.
Im Film zieht sich Tremblays Ted immer weiter von Freunden und Familie zurück. Crowes Murray versucht, den jungen Mann im Experiment zu „brechen“.
Worum geht es? Die Handlung ohne große Spoiler
Netflix fasst den Film so zusammen: Er erzählt „nach wahren Ereignissen“ Kaczynskis Weg „vom Harvard-Wunderkind und Testobjekt zum berüchtigten, vom FBI gejagten Unabomber“.
Der Film beginnt mit einem Anschlag im Jahr 1994: Ein Mann öffnet ein Paket und stirbt. Das FBI jagt den „Unabomber“ da schon seit Jahren. Als später sein Manifest in der Zeitung erscheint, setzt Agentin Miller darauf, dass dessen Sprache den Täter verraten wird. Im Film halten ihre männlichen Kollegen Ted zunächst für die falsche Spur.
Dazwischen springt die Geschichte zurück nach Harvard. Im Film lässt sich Ted, ein hochbegabter Student, auf ein Debattier-Experiment bei Professor Murray und dessen Mitarbeiterin Christiana Morgan ein. Schnell zeigt sich, dass es kein normales Streitgespräch ist: Ted wird beobachtet, sein Puls aufgezeichnet, seine Überzeugungen werden in Konfrontationsgesprächen auseinandergenommen. Der Film lässt die CIA Druck auf Murray ausüben, Ergebnisse zu liefern, während Morgan an den Methoden zweifelt.
In den 1990er-Jahren läuft die Fahndung weiter, bis Teds Bruder David und dessen Frau Linda im veröffentlichten Manifest Gedanken aus Teds Briefen wiedererkennen. Wie der Fall ausgeht, ist historisch bekannt: Das FBI nimmt Kaczynski in seiner Hütte in Montana fest.
Was stimmt an der wahren Geschichte?
Der Rahmen der Geschichte ist gut belegt. Die wichtigsten Fakten zum realen Fall, gestützt auf den englischen Wikipedia-Artikel zu Ted Kaczynski und seine Quellen:
- Harvard mit 16: Kaczynski, geboren 1942 in Chicago, wurde mit 15 in Harvard aufgenommen und begann dort mit 16 zu studieren.
- Das Murray-Experiment gab es wirklich. Im zweiten Studienjahr nahm Kaczynski an einer Studie von Henry Murray teil. Studenten schrieben Essays über ihre Überzeugungen, die dann in Gesprächen gegen sie verwendet wurden. Murray selbst beschrieb diese Angriffe als „vehement, sweeping, and personally abusive“. Kaczynski verbrachte rund 200 Stunden in der Studie.
- Christiana Morgan war eine reale Psychologin und Murrays Arbeitspartnerin, wie unter anderem Einerd festhält.
- Vom Professor zum Einsiedler: Nach der Promotion in Michigan wurde Kaczynski 1967 in Berkeley der jüngste Assistant Professor in der Geschichte der Universität. 1971 zog er in eine Hütte ohne Strom und fließendes Wasser bei Lincoln, Montana.
- Die Anschläge: Zwischen 1978 und 1995 starben durch seine Bomben drei Menschen, 23 wurden verletzt.
- Das Manifest: 1995 erschien sein rund 35.000 Wörter langer Text „Industrial Society and Its Future“ in der Washington Post. FBI und Justizministerin Janet Reno hatten die Veröffentlichung unterstützt.
- Der Bruder: Nach der Veröffentlichung beauftragte David Kaczynski eine Privatdetektivin und schaltete über einen Anwalt das FBI ein.
- Festnahme und Urteil: Am 3. April 1996 wurde Kaczynski in seiner Hütte festgenommen. Am 22. Januar 1998 bekannte er sich in allen Punkten schuldig und akzeptierte lebenslange Haft ohne Möglichkeit der Bewährung. Er starb 2023 in Haft.
Was der Film erfindet
Joanne Miller hat es nie gegeben. Die FBI-Agentin, die Shailene Woodley spielt, ist eine erfundene Figur. Laut dem brasilianischen Portal Einerd nutzt der Regisseur sie als Zugang für das Publikum in die Ermittlungen. Der deutsche Wikipedia-Eintrag vermutet, dass sie dem FBI-Profiler James R. Fitzgerald nachempfunden ist.
Die zentrale These ist eine Deutung. Der Film legt nahe, dass das Harvard-Experiment Kaczynski radikalisiert hat. Ob das so war, ist umstritten. Kaczynskis Anwälte führten seine Abneigung gegen Techniken der Gedankenkontrolle später auf die Studie zurück. Er selbst erklärte dagegen, er sei sich „ziemlich sicher“, dass die Erfahrungen mit Murray keinen nennenswerten Einfluss auf seinen Lebensweg gehabt hätten.
Die Filmbiografie füllt Lücken mit eigenen Szenen, etwa mit Joanne Millers Alleingang nach Montana. Sehen Sie „Unabomber“ deshalb als Spielfilm nach wahren Ereignissen, nicht als Dokumentation.
Wie kommt „Unabomber“ an?
Die Kritiken sind gemischt bis kühl. Bei Rotten Tomatoes waren zuletzt 27 Prozent von 44 Kritiken positiv, Metacritic kam auf 46 von 100 Punkten (Stand: Anfang Oktober 2026, laut Wikipedia).
- Filmstarts vergibt 2,5 von 5 Sternen. Lutz Granert lobt ein „starkes Psychogramm der frühen Jahre“, nennt den Ermittlungsteil aber einen „08/15-Thriller“ (zur Kritik).
- Lexikon des internationalen Films: zwei von fünf Sternen. Der Film kriege „weder die Komplexität des Falls noch seine Spannung wirklich zu fassen“.
- Variety (Guy Lodge) hält Tremblay als jugendlichen Kaczynski für nicht überzeugend und nennt die Herkunftsgeschichte nur „halbwegs interessant“, die Ermittlung Routine. Die beiden Teile griffen schlecht ineinander.
Filmstarts sieht die Stärken klar in den Harvard-Rückblenden. Aus diesen Kritiken ergibt sich: Wer sich für die Psychologie hinter dem Fall interessiert, findet hier mehr als jemand, der einen dichten Ermittlerkrimi erwartet.
Weitere Filme und Serien zum Unabomber
- Unabomber: The True Story (1996), TV-Film
- Manhunt: Unabomber (2017), Miniserie über die Hintergründe der FBI-Ermittlungen, mit Paul Bettany als Kaczynski
- Unabomber: In His Own Words (2020), Miniserie
- Ted K (2021), Spielfilm von Tony Stone
Ebenfalls nach einer wahren Geschichte: die Netflix-Serie „GIGN“. Und wer gerade einen Thriller im Kino sucht, findet Länge, FSK und Besetzung von „Verity – Dunkle Geheimnisse“ in unserem Überblick.
