Jan-Lennard Struff ist 36 Jahre alt. Geboren wurde er am 25. April 1990 in Warstein im Sauerland. Dass sein Alter gerade so oft gegoogelt wird, hat einen einfachen Grund: Bei Wimbledon 2026 stand „Struffi" zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Grand-Slam-Viertelfinale. Kein Spieler der Open Era war bei seiner Viertelfinal-Premiere älter.

Wie alt ist Jan-Lennard Struff? Die Fakten im Überblick

Struff kam am 25. April 1990 zur Welt, ist also 36 Jahre alt. Aufgewachsen ist er in Warstein, einer Kleinstadt in Nordrhein-Westfalen, die die meisten eher mit Bier verbinden. Seine Eltern Dieter und Martina Struff arbeiteten beide als Tennistrainer und stellten ihren Sohn schon mit sechs Jahren auf den Platz. Bis zwölf spielte er nebenbei Fußball, dann setzte sich das Tennis durch. Die Liebe zu Borussia Dortmund ist geblieben.

SteckbriefJan-Lennard Struff
Geboren25. April 1990 in Warstein (NRW)
Alter36 Jahre
Größe1,93 m
Profi seit2009
Beste Weltranglisten-PositionPlatz 21 (Juni 2023)
ATP-Titel1 (München 2024)
EhefrauMadeleine Struff
KinderSohn Henri (geb. 2019) und eine Tochter
Spitzname„Struffi"

Das Wimbledon-Märchen 2026: Medvedev, Hurkacz – und dann Sinner

Warum googeln gerade so viele nach Struffs Alter? Weil der 36-Jährige in London anderthalb Wochen lang Tennis-Geschichte geschrieben hat. In der zweiten Runde rang er den an Nummer 28 gesetzten Amerikaner Brandon Nakashima in fünf Sätzen mit vier Tiebreaks nieder. Das Match zog sich wegen Dunkelheit sogar über zwei Tage.

Dann folgte der große Coup: In der dritten Runde schlug Struff den früheren US-Open-Sieger Daniil Medvedev, immerhin an Position acht gesetzt, glatt mit 7:6 (7:4), 7:6 (7:5), 7:5. Erstmals überhaupt stand er damit im Achtelfinale von Wimbledon. Dort lag er gegen den Polen Hubert Hurkacz schon mit 0:2 Sätzen hinten, kämpfte sich zurück und profitierte beim Stand von 3:6, 6:7 (5:7), 7:6 (7:2), 7:5, 4:2 von dessen verletzungsbedingter Aufgabe, wie unter anderem Sport1 berichtete.

Im Viertelfinale war dann Endstation – aber was für eine: Gegen den Weltranglistenersten und Titelverteidiger Jannik Sinner verlor Struff am 7. Juli nach starker Gegenwehr mit 5:7, 6:7 (4:7), 3:6. „Der Südtiroler war nur um Nuancen besser als sein deutscher Kontrahent", bilanzierte die Sportschau.

Ältester Viertelfinal-Neuling der Open Era

Es war Struffs 47. Teilnahme an einem Grand-Slam-Turnier – und sein allererstes Viertelfinale. Mit 36 Jahren ist er laut t-online der älteste Profi der Open Era (seit 1968), der zum ersten Mal die Runde der letzten Acht bei einem Major erreicht hat. Nebenbei näherte er sich in der Weltrangliste wieder den Top 60, nachdem er vor dem Turnier um Platz 74 gestanden hatte.

Frau und Kinder: Struff hält seine Familie konsequent privat

So offen Struff auf dem Platz seine Emotionen zeigt, so verschlossen ist er beim Thema Familie. Verheiratet ist er mit Madeleine, die aus Witten stammt. Ein Hochzeitsdatum haben die beiden nie öffentlich gemacht. 2019 kam Sohn Henri zur Welt, einige Jahre später folgte eine Tochter, deren Name nicht bekannt ist.

Während eines Wimbledon-Laufs erklärte Struff einmal, warum seine Kinder nicht auf der Tribüne saßen: Sie gehen in Deutschland zur Schule, und dort herrscht Schulpflicht. Mehr Einblick gibt es nicht – Instagram-Fotos der Familie sucht man weitgehend vergeblich.

Später Durchbruch: die Karriere des Jan-Lennard Struff

Struffs Laufbahn ist das Gegenteil einer Wunderkind-Story. Profi wurde er 2009, in die Top 100 spielte er sich erst 2014. Jahrelang galt er als solider Tour-Profi mit gefürchtetem Aufschlag, aber ohne großen Titel. Das änderte sich spät – und dann gleich mehrfach:

  • 2023: Struff erreichte das Finale des Masters-1000-Turniers in Madrid, als erster Lucky Loser überhaupt, und unterlag erst Carlos Alcaraz. Im Juni kletterte er auf Platz 21 der Weltrangliste, seine beste Platzierung. Die ATP kürte ihn zum Comeback-Spieler des Jahres.
  • 2024: Beim BMW Open in München gewann er mit 33 Jahren seinen ersten ATP-Titel. Im Finale schlug er den topgesetzten Amerikaner Taylor Fritz.
  • 2026: Das Wimbledon-Viertelfinale, sein bestes Ergebnis bei einem der vier größten Turniere.

Ausdauer zahlt sich auch finanziell aus. Allein der Einzug ins Achtelfinale von Wimbledon war laut Spiegel mit rund 350.000 Euro Preisgeld abgesichert, das Viertelfinale brachte noch einmal deutlich mehr. Sein gesamtes Karriere-Preisgeld lag Ende 2023 bereits bei rund 8,3 Millionen US-Dollar – wohlgemerkt brutto, vor Steuern, Reisekosten und Team, also nicht mit seinem Vermögen zu verwechseln. Wie sich Sportler-Vermögen über Jahrzehnte entwickeln, zeigen auch unsere Artikel über das Vermögen von Robert Lewandowski und das Vermögen von Mehmet Scholl.

Wie lange spielt Struff noch?

Ein offizielles Karriereende hat Struff nicht angekündigt. Nach dem Turnier sprach er selbstbewusst über seine Form – und wer mit 36 erstmals ein Grand-Slam-Viertelfinale erreicht, hat offensichtlich noch nicht genug. Fest steht: Der Mann mit der umgedrehten Kappe ist gerade so populär wie nie zuvor in seiner langen Karriere. Und sollte er 2027 wieder in Wimbledon aufschlagen, dürfte halb Deutschland genau hinschauen.