Die erste echte Hitzewelle des Sommers ist da – und mit ihr die Suche nach der schnellen Abkühlung für die eigenen vier Wände. Doch bevor Sie das nächstbeste mobile Klimagerät in den Einkaufswagen legen: Die Bauart entscheidet darüber, ob Sie wirklich kühlen oder vor allem Strom verheizen. Hier ist der Klartext zu mobilen Monoblöcken, mobilen Splitgeräten und fest installierten Anlagen – inklusive Kosten, Stromverbrauch und dem, was Mieter wissen müssen.
Drei Bauarten, drei grundverschiedene Ergebnisse
Im Handel begegnen Ihnen aktuell drei Typen, und sie liegen technisch weit auseinander:
- Mobiles Monoblock-Gerät: der Klassiker auf Rollen. Die komplette Technik steckt in einem Kasten, ein dicker Abluftschlauch führt die warme Luft nach draußen – meist durch ein gekipptes Fenster. Schnell aufgestellt, günstig, aber technisch im Nachteil.
- Mobiles Splitgerät: die neuere Zwischenlösung. Verdichter und Wärmetausch sind so aufgeteilt, dass nur ein dünner Schlauch nach außen geht. Es bleibt beweglich, arbeitet aber deutlich effizienter als ein Monoblock.
- Fest installierte Split-Anlage: ein Innen- und ein Außengerät, verbunden durch eine Kältemittelleitung. Die effizienteste Variante, die allerdings von Fachleuten montiert werden muss und einen Wanddurchbruch braucht.
Warum der Abluftschlauch das eigentliche Problem ist
Der größte Schwachpunkt mobiler Monoblöcke steckt genau in diesem Schlauch. Das Gerät bläst warme Innenluft nach draußen, dadurch entsteht im Raum ein leichter Unterdruck. Und der saugt durch jede Ritze, jede Tür und das gekippte Fenster prompt neue, warme Luft von außen nach. Sie kühlen also gegen einen ständigen Nachschub an Hitze an.
Genau deshalb fällt das Effizienz-Urteil hart aus. Nach Angaben der Stiftung Warentest sind fest installierte Splitgeräte bis zu sieben Mal effizienter als mobile Monoblöcke. Klassische Monoblock-Geräte mit Abluftschlauch nehmen die Tester seit 2021 gar nicht mehr ins Programm – sie kamen wegen ihrer schwachen Kühlleistung im Verhältnis zum Stromverbrauch über die Note 3,8 nicht hinaus.
Der Vergleich auf einen Blick
| Merkmal | Mobiler Monoblock | Mobiles Splitgerät | Festes Splitgerät |
|---|---|---|---|
| Stromverbrauch pro Jahr* | ca. 210–700 kWh | im Bereich fester Splitgeräte | ca. 135–293 kWh |
| Anschaffung | bis ca. 1.000 € | rund 1.000 € | ab ca. 1.800 € inkl. Einbau |
| Kühlzeit (14 m², 30 → 24 °C) | 30–45 Minuten | wenige Minuten | unter 5 Minuten |
| Montage | keine | keine | nur durch Fachbetrieb |
| Für Mieter ohne Rückfrage? | ja | meist ja | nein |
Was kostet der Betrieb wirklich?
Hier hilft eine schlichte Überschlagsrechnung. Ein typisches mobiles Gerät zieht im Betrieb grob ein Kilowatt. Bei einem Strompreis von etwa 33 Cent pro Kilowattstunde – ein realistischer Durchschnittswert für 2026 – kostet eine Betriebsstunde rund 30 bis 35 Cent. Läuft das Gerät an 60 Hitzetagen je sechs Stunden, sind das etwa 350 Kilowattstunden und damit grob 115 Euro für den Sommer. Wer die Anlage dauerhaft durchlaufen lässt, landet schnell beim Doppelten.
Der entscheidende Hebel ist die Effizienz, ablesbar am EER-Wert beim Monoblock beziehungsweise am SEER-Wert beim Splitgerät: Je höher dieser Wert, desto weniger Strom braucht das Gerät für dieselbe Kühlleistung. Genau hier spielen Splitgeräte ihren Vorsprung aus – sie kühlen den Raum laut Verbraucherzentrale in unter fünf Minuten herunter, während ein Monoblock für denselben Raum 30 bis 45 Minuten braucht und in dieser Zeit fleißig Strom zieht.
Mietwohnung: Was ist erlaubt?
Für die meisten Stadtbewohner ist das die wichtigste Frage – und die Antwort hängt an der Bauart. Ein mobiles Gerät dürfen Sie ohne Rückfrage betreiben: Es steht nur im Raum, wird nicht fest verbaut und hinterlässt keine Spuren. Der Abluftschlauch durchs gekippte Fenster gilt nicht als bauliche Veränderung.
Anders bei der festen Split-Anlage. Weil dafür die Außenwand durchbohrt wird, ein Außengerät an die Fassade kommt und nur zertifizierte Klima- und Kältetechniker montieren dürfen, brauchen Sie die Erlaubnis Ihrer Vermieterin oder Ihres Vermieters. Ohne grünes Licht kann der Rückbau verlangt werden. Das mobile Splitgerät ist hier der Kompromiss: Sein dünner Schlauch passt durch ein leicht geöffnetes Fenster, ein Wanddurchbruch entfällt.
Das sagt der aktuelle Test
Stiftung Warentest hat 2025 erstmals exemplarisch ein mobiles Splitgerät geprüft, das Midea Portasplit. Sein Fazit war für ein bewegliches Gerät bemerkenswert: Die Effizienz lag auf dem Niveau mancher fest installierter Splitanlagen. Der nur 2,7 Zentimeter dünne Schlauch lässt sich durchs Fenster führen – damit ist es eine der wenigen mobilen Optionen, die für Mieter wirklich Sinn ergeben, ohne dass die Stromrechnung explodiert.
Bevor Sie kaufen: erst die Hitze draußen halten
Die unbequeme Wahrheit der Verbraucherzentrale lautet: Wer die Sonne gar nicht erst hereinlässt, braucht oft kein teures Gerät. Außenliegender Sonnenschutz an Fenstern auf der Südseite hält die Wärme deutlich wirksamer ab als Rollos innen. Nachts und früh am Morgen lüften, tagsüber Fenster und Vorhänge geschlossen halten – das senkt die Raumtemperatur spürbar, ohne einen Cent Stromkosten.
Und der unterschätzte Klassiker: der Ventilator. Er kühlt die Luft zwar nicht herunter, aber bewegte Luft fühlt sich kühler an als stehende. Ein Ventilator ist schon ab rund 20 Euro zu haben, und die Stromkosten bleiben winzig – selbst bei 90 Tagen mit je zehn Stunden Laufzeit kommen laut Verbraucherzentrale keine fünf Euro im Jahr zusammen. Für eine Handvoll Hitzetage ist das oft die vernünftigste Lösung.
Fazit
Für ein paar heiße Wochen im Jahr reichen meist Verschattung, Nachtlüften und ein Ventilator. Brauchen Sie echte Kühlung und wohnen zur Miete, ist ein mobiles Splitgerät der beste Kompromiss aus Leistung, Stromverbrauch und Mietrecht. Der klassische Monoblock kühlt zwar auch – aber langsam und teuer. Und die effizienteste Lösung, die feste Split-Anlage, lohnt sich nur dort, wo Sie langfristig bleiben und die Vermieterseite mitzieht.
