Vor einem Jahr kannten ihn vor allem die Fans von Hannover 96. Jetzt soll halb Europa an ihm dran sein. Nicolò Tresoldi, 21 Jahre alt, wurde in seiner ersten Saison beim FC Brügge belgischer Meister und Torschützenkönig. Seitdem tauchen sein Name und Klubs wie Borussia Dortmund, AS Rom oder Manchester United fast täglich in den Transfergerüchten auf. Wer ist der Stürmer, woher kommt er – und was ist am Poker 2026 wirklich dran? Der Überblick.

Nicolò Tresoldi im Steckbrief

Die wichtigsten Eckdaten zum deutschen U21-Nationalstürmer auf einen Blick:

MerkmalAngabe
Voller NameNicolò Tresoldi
Geboren20. August 2004 in Cagliari (Italien)
Alter21 Jahre (wird am 20. August 2026 22)
Größe1,86 m
PositionMittelstürmer
Nationalitätdeutsch (italienisch-argentinische Wurzeln)
Aktueller KlubFC Brügge (seit 2025)
Vertragbis 2029
Nationalteamdeutsche U21
Kolportierte Ablöse35 bis 50 Mio. Euro

Von Cagliari über Hannover nach Brügge

Geboren wurde Tresoldi am 20. August 2004 im sardischen Cagliari. Fußball liegt in der Familie: Sein Vater Emanuele war selbst Profi, die Mutter stammt aus Argentinien mit italienischen Wurzeln. 2017 zog die Familie nach Hannover, und der damals 13-Jährige landete in der Nachwuchsakademie von Hannover 96.

Dort durchlief er die komplette Jugend, ehe er am 15. Juli 2022 sein Profidebüt in der 2. Bundesliga gegen den 1. FC Kaiserslautern feierte. Bis zum Sommer 2025 brachte er es auf rund 80 Pflichtspiele für die 96er, in denen ihm 14 Tore und sechs Vorlagen gelangen. Ein echtes Eigengewächs also, das dem Verein bis heute verbunden ist. „Jeder weiß, was mir Hannover 96 und die Stadt Hannover bedeuten. Daran wird sich auch nichts ändern“, sagte er beim Abschied.

Der kam am 7. Juni 2025: Tresoldi wechselte zum belgischen Spitzenklub FC Brügge, der regelmäßig in der Champions League spielt. Für Hannover war es ein Rekordverkauf. Sport-Geschäftsführer Marcus Mann sprach von einem „Gesamtpaket der Größenordnung, das es bei 96 bis dato noch nicht gegeben hat“.

Erste Saison in Belgien: Meister und Torschützenkönig

Der Sprung ins Ausland hätte kaum besser laufen können. In seiner Debütsaison 2025/26 kam Tresoldi in der belgischen Liga auf 40 Einsätze und 19 Tore. Über alle Wettbewerbe hinweg standen am Ende 20 Treffer und acht Vorlagen zu Buche. Damit war er einer der treffsichersten Angreifer des Landes und wurde als Torschützenkönig der Liga geführt.

Sportlich sprang ebenfalls einiges heraus: der belgische Meistertitel sowie der Gewinn des Supercups. Für einen Stürmer, der in seinem ersten Jahr im Ausland gleich so einschlägt, ist das eine Ansage. Kein Wunder, dass plötzlich Klubs aus mehreren Topligen aufmerksam wurden. Zum Vergleich: Für treffsichere Stürmer legen Vereine seit Jahren hohe Summen hin, wie das Beispiel Robert Lewandowski zeigt.

Deutschland statt Italien: das Nationalmannschafts-Kapitel

Durch seine Herkunft hätte Tresoldi für gleich mehrere Länder auflaufen können: über den Vater für Italien, über die Mutter für Argentinien. Nach der Einbürgerung entschied er sich für Deutschland. Für die deutsche U21 kommt er inzwischen auf 24 Einsätze und zwölf Tore.

Sein bislang größter Moment im Nationaltrikot war die Endspielteilnahme bei der U21-Europameisterschaft 2025. Dort unterlag die deutsche Auswahl im Finale allerdings England mit 2:3. Für einen möglichen Sprung in die A-Nationalmannschaft ist er damit weiter ein heißer Kandidat, auch wenn die Konkurrenz im deutschen Sturm groß ist.

Der Transfer-Poker 2026: Wer will ihn – und was Brügge fordert

Und damit zum Grund, warum Tresoldis Name gerade überall auftaucht. Nach der starken Saison in Belgien haben Berichten zufolge mehrere europäische Topklubs Interesse angemeldet. Wichtig vorweg: Bestätigt ist bislang kein Wechsel. Vieles läuft auf der Ebene von Gerüchten und Berichten.

  • AS Rom: Die Italiener sollen laut Medienberichten bereits ein Angebot über rund 35 Millionen Euro abgegeben haben, das Brügge jedoch ablehnte.
  • Manchester United: Italienische Medien brachten einen Vorstoß in der Größenordnung von gut 40 Millionen Euro ins Spiel.
  • Atlético Madrid: Auch die Spanier werden, etwa vom Sender Sky, als Interessent gehandelt.
  • Borussia Dortmund: Aus der Bundesliga soll vor allem der BVB konkretes Interesse zeigen.

Der FC Brügge gilt in den Berichten als hartnäckiger Verhandlungspartner: Der Klub soll den Stürmer nicht ohne Weiteres abgeben wollen und eine Ablöse im Bereich von 35 bis 50 Millionen Euro aufrufen. Solange kein Verein diese Summe auf den Tisch legt, bleibt Tresoldi vorerst in Belgien.

Für die Klubs geht es dabei nicht nur um die Ablöse, sondern auch um Gehalt und Perspektive. Wie sehr solche Gehälter für Aufsehen sorgen können, zeigt der Fall von Nationalspieler Robert Andrich. Aktuelle Einordnungen zu Tresoldi liefert unter anderem der kicker.

Was jetzt für Tresoldi spricht – und was gegen einen schnellen Wechsel

Für einen Transfer sprechen sein Alter, die Torquote und die Tatsache, dass ein deutscher Pass die Sache für Bundesliga-Klubs einfacher macht. Dagegen sprechen die hohe Ablöseforderung und die Rolle, die Brügge dem Stürmer in der neuen Champions-League-Saison zugedacht hat.

Fest steht bislang nur eines: Bis das Transferfenster Anfang September schließt, dürfte der Name Tresoldi die Gerüchteküche weiter beschäftigen. Ob am Ende ein Wechsel steht und wenn ja, wohin, weiß derzeit niemand. Wer die Zahlen anderer Top-Athleten vergleichen will, findet auch beim Tennisprofi Alexander Zverev und Radprofi Tadej Pogačar spannende Zahlen.