Der Konflikt zwischen Erinnerung, Verantwortung und Zukunftssicherung wird maßgeblich vom Deutschen Museumsbund (DMB) beeinflusst. Der Verband begleitet Museumsinstitutionen seit über einem Jahrhundert und ist dabei nicht nur als Verwalter, sondern auch als mutiger Pionier gewachsen. Seine Aufgaben gehen weit über die klassische Verbandsarbeit hinaus; sie umfassen den gesamten moralischen Kompass einer Gesellschaft.

Deutschen Museumsbund
Deutschen Museumsbund

Mit über tausend Mitgliedsinstitutionen, die alle Museumsgenres repräsentieren – darunter naturwissenschaftliche und ethnologische Sammlungen, Kunst- und Technikmuseen sowie regionalgeschichtliche Einrichtungen – steht der DMB für Vielfalt und Verantwortung. Die Stimme des Verbandes ist wichtiger denn je, insbesondere angesichts des gestiegenen gesellschaftlichen Bewusstseins für koloniale Kontinuitäten und kulturelle Aneignung.

KategorieBeschreibung
NameDeutscher Museumsbund (DMB)
Gründungsdatum23. Mai 1917
RechtsformEingetragener Verein (e.V.)
SitzIn der Halde 1, 14195 Berlin
PräsidentinWiebke Ahrndt
GeschäftsführerinSylvia Willkomm
MitgliederÜber 1000
HauptaufgabenInteressenvertretung, Beratung, Ethikrichtlinien, Fachpublikationen
KooperationenInstitut für Museumsforschung, ICOM, Landesmuseumsverbände
Websitehttps://www.museumsbund.de

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Die aktualisierten Leitlinien für den Umgang mit menschlichen Überresten verdeutlichen diese Verpflichtung besonders deutlich. Der Museumsbund hat ein Instrument entwickelt, das Orientierung bietet und ethische Klarheit schafft, auch wenn viele Institutionen noch immer Schwierigkeiten haben, eine Position zu finden. Archäologie, biologische Anthropologie, Ethnologie und Rechtswissenschaften haben zur interdisziplinären Entwicklung des Leitfadens beigetragen, der sich speziell an Museen aller Ebenen richtet.

Dass diese Publikation entstand, war kein Zufall. Die Medien berichteten in den letzten Jahren zunehmend über Forderungen nach der Rückgabe menschlicher Überreste aus dem globalen Süden. Der Umgang mit menschlichen Überresten hat sich zu einem zentralen Bestandteil der Museumsintegrität entwickelt. Statt eine defensive Haltung einzunehmen, schuf das Deutsche Museum für Geisteswissenschaften (DMB) Foren für Diskussion, Interaktion und Revitalisierung; dieser Ansatz wurde von der Öffentlichkeit positiv aufgenommen und fand internationale Beachtung.

Die methodische Herangehensweise des Leitfadens an die praktischen Aufgaben eines Museums – Sammeln, Bewahren, Forschen, Ausstellen und Vermitteln – ist durchweg bemerkenswert. Er beleuchtet sowohl die moralischen als auch die rechtlichen Konsequenzen. Das DMB ist ein Handbuch, das Verantwortung mutig formuliert, anstatt sie aufzuschieben, und insbesondere die Kapitel zur Rückgabe zeigen, wie konkret es in seinen Empfehlungen handelt.

Die kulturelle Arbeit von Museen tritt unter Präsidentin Wiebke Ahrndt in eine neue Ära ein. Ihre Ansichten zur aktiven Beteiligung von Herkunftsgemeinschaften und zur Dekolonisierung von Museumssammlungen haben die Diskussion maßgeblich beeinflusst. Auf internationalen Konferenzen wie ICOM und dem Global Forum on Museum Ethics vertritt sie einen vernünftigen und wissenschaftlich fundierten Standpunkt. Die Empfehlungen des DMB werden auch von bekannten Persönlichkeiten wie Achille Mbembe und Chimamanda Ngozi Adichie subtil aufgegriffen und demonstrieren so die kulturelle Konnektivität.

Während der Pandemie zeigte sich die Stärke des DMB in der digitalen Anpassungsfähigkeit besonders deutlich. Zahlreiche Webinare, Handlungsempfehlungen und Austauschplattformen ermöglichten es, Museen zu stabilisieren und ihre digitale Entwicklung voranzutreiben. Besonderer Wert wurde auf die Integration virtueller Ausstellungen, partizipativer Formate und Barrierefreiheit gelegt – mit sichtbaren Ergebnissen. Dadurch wurden Museen sozial inklusiver und digital fortschrittlicher.

Auch die Nachwuchsförderung ist dem DMB ein Anliegen. Junge Museumsschaffende finden dort neben Vernetzungsmöglichkeiten auch spezialisierte Weiterbildungen. Besonders neuartig ist die enge Verzahnung von Theorie und Praxis; Workshops zu Besucherpsychologie, Diversität in Museen und Provenienzforschung erfreuen sich großer Nachfrage. Viele halten diese gezielte Kompetenzentwicklung für ein wirksames Modell für andere Kulturbereiche. Gleichzeitig positioniert sich der Verein in gesellschaftspolitischen Diskussionen.

Als Mitbegründer der Berliner Transparenzinitiative und aktives Mitglied des Netzwerks „Offene Zivilgesellschaft“ engagiert er sich zunehmend an der Schnittstelle zwischen demokratischer Politik und Kultur. Diese politische Position ist zwar wertvoll, aber nicht selbstverständlich. Solche Allianzen gewinnen an Bedeutung, insbesondere im Kontext der zunehmend autoritären Tendenzen in Europa.

Die Beteiligung des DMB an Restitutionsinitiativen in Namibia ist ein faszinierender Aspekt der jüngeren Vereinsgeschichte. Menschliche Überreste wurden dort nach sorgfältiger Abstimmung mit Regierungsbehörden und Nachkommen zurückgegeben; dies war ein heilsamer und symbolträchtiger Prozess. International wurde die rücksichtsvolle Unterstützung des Museumsverbands in diesem Prozess als herausragend gelobt.

Darüber hinaus gewinnt die Frage des Umgangs mit digitalen Sammlungen zunehmend an Bedeutung. Der DMB entwickelt derzeit eine Richtlinie zur digitalen Ethik. Diese behandelt Themen wie Nutzerdatenschutz, Zugänglichkeit digitaler Archive und algorithmische Verzerrungen in Online-Ausstellungen.